Der Entsorgungsmonitor 2008 - Ein Projekt der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM)

Trends beim INSM-Abwassermonitor


Die Untersuchungen von Wissenschaftlern der IW Consult GmbH für den Abwassermonitor der INSM (Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft) ergaben folgende Trends:

  • Es zeigten sich erhebliche Kostenunterschiede. Die Preise für dieselbe Abwassermenge divergieren im Extremfall um Faktor 3,5 – das heißt beispielsweise: 226,32 Euro jährliche Kosten in Karlsruhe und 786,48 Euro in Potsdam.
  • Generell ist ein starkes Ost-West Gefälle festzustellen. Im Schnitt fielen im Jahr in den untersuchten Städten der Neuen Bundesländer rund 555 Euro an, gegenüber 469 Euro im Westen.
  • Die tendenziell höheren Entsorgungsgebühren im Osten Deutschlands sind nach Einschätzung der von der INSM beauftragten Wissenschaftler Nachwendefolgen. Zum einen gab es hier großen Nachholbedarf bei der umweltgerechten Abwasserentsorgung und entsprechend hohen Investitionsbedarf, der auf die Gebührenzahler umgelegt wird. Zum anderen ging man bei der Dimensionierung der Anlagen von falschen Zukunftsplanungen aus – insbesondere entwickelte sich die Einwohnerzahl in den neuen Bundesländern deutlich anders (niedriger) als angenommen.
  • Eingehend untersucht wurde auch, ob es Preisunterschiede zwischen privaten und öffentlichen Entsorgern gibt. Hier war kein signifikanter Preisunterschied festzustellen.
  • Ein wichtiger Grund für Preisunterschiede sind nach Annahme der Wissenschaftler möglicherweise betriebswirtschaftliche Gestaltungsmöglichkeiten bei der Abschreibung des Anlagevermögens und bei der Höhe der Eigenkapitalverzinsung. Studienleiter Dr. Karl Lichtblau fordert deshalb, dass die Kommunen ihre Kalkulationsgrundlagen für die Bürger offen legen, damit diese wissen, wie ihre Preise zustande kommen. INSM-Berater Lichtblau: "Wir brauchen hier mehr Transparenz."
  • Für Intransparenz bei der Abwassergebührenabrechnung sorgt auch die Tatsache, dass Kommunen unterschiedliche Abrechnungssysteme haben. Manche rechnen nur pauschal das Abwasser ab, andere schlüsseln den Gesamtpreis auch mit Posten wie Kanalanschlussgebühr oder Niederschlagsgebühr auf. "Der INSM-Abwassermonitor addiert alle diese eventuellen Posten zu einem Gesamtpreis, um einen echten Preisvergleich zu ermöglichen und Vergleichsmöglichkeiten für die Bürger zu schaffen", so INSM-Projektleiter Carsten Seim.

Rückfragen zur Studie: Carsten Seim, INSM-Projektleiter, 0221 4981 403.